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Alles war so perfekt
Tobias, 17 Jahre, Michendorf
Au man, ich hatte immer riesigen Bammel vor meinem ersten Mal, weil ich so schüchtern bin. Ich dachte schon, dass es da wohl zu einem Problem kommen würde, wenn ein Mädchen versuchte mich auszuziehen. Weil, ich meine, ich habe meinen Körper richtig gehasst, so starke Minderwertigkeitskomplexe hatte ich, da schien so etwas wie mein erstes Mal ganz unvorstellbar.
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I’m not a lesbian but my girlfriend…
Sam, 19 Jahre, Potsdam
Hier bin ich nun. Ein 19 Jähriges Mädchen, was ihre Coming-out-Story erzählen möchte. Mein Name ist Sam und ich bin lesbisch.
Bei mir kam das Gefühl, dass ich wahrscheinlich anders bin, nicht plötzlich und unerwartet, sondern sehr langsam. Schon seit ich klein war fand ich Mädchen einfach viel besser und hübscher. Ich wollte auch im Kindergarten immer irgendwie ein Junge sein, da die es viel einfacher hatten. Gesagt, getan, zog ich mich wie einer an. Seitdem kam es dann häufiger vor, dass meine Eltern fremde Leute überzeugen mussten, dass ich wirklich ein Mädchen sei. Wer würde schon denken, dass ein Kind mit sehr kurzem Haarschnitt und Jungenklamotten ein kleines süßes Mädchen sei?! Niemand.
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HIV gibt’s nicht nur in der Großstadt! |
Aufgewachsen in Ostthüringen
Ich bin 1981 in Rudolstadt geboren, das ist eine nette kleinere Stadt in Thüringen, die heute ungefähr 25.000 Einwohner hat. Meine Eltern haben sich scheiden lassen als ich so zwei, drei Jahre alt war. Meine Mutter hat dann irgendwann ihren neuen Lebensgefährten geheiratet, mit dem ist sie jetzt 20 Jahre zusammen. Zu meinem leiblichen Vater habe ich keinen Kontakt mehr. Ich habe noch einen Bruder, der ist drei Jahre älter als ich, verheiratet und hat ein zweijähriges Kind.
Mit 18, nach der Schule, bin ich nach Erfurt gezogen und habe dort meine Ausbildung gemacht. Seitdem lebe ich hier.
Schwul in der Kleinstadt
Dass ich schwul bin, habe ich relativ früh gemerkt. In der Schule konnte ich mich aber unmöglich outen, denn die heterosexuellen Mitschüler waren sehr dominant. Die haben gerauft, sind auf den Bolzplatz gegangen, haben heimlich geraucht und getrunken. Bei all dem hab ich mich nie so richtig integriert gefühlt. Ich habe lieber im Theaterprojekt mitgemacht und mich der Schülerzeitung gewidmet. Ab und an wurde ich als Schwuchtel bezeichnet. In diesem Umfeld habe ich mich nicht getraut, offen zu mir zu stehen.
Stattdessen habe ich Ausflüchte gesucht. Als ich etwa 15 Jahre alt war, hatte ich sogar mal eine Freundin. Wir haben uns zwar schnell wieder getrennt, aber ich habe mich dahinter versteckt, habe rumerzählt, wie unglücklich ich über die Trennung sei. Ich habe da so eine Art Doppelleben geführt und das hat mich traurig und verletzbar gemacht. Ich habe mich als Außenseiter gefühlt.
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